Ausgereifte Technologie und konsequente Weiterentwicklung des Grundbaustoffes Gips zu kompletten Bausystemen eröffnen dem Ausbau und Neubau immer wieder neue Chancen und Möglichkeiten.
Bundespräsidialamt, Berlin
Objekt
Ein merkwürdiges, ovales Gebilde steht seit kurzem in Berlin dem klassizistischen Schloß Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, zur Seite 80 Meter lang, 40 Meter breit, vier Geschosse hoch. Die Fassade aus dunkel-anthrazit schimmerndem "Nero Impala" und flachbündigen Fenstern mit dunklen Scheiben umhüllt den makellosen Körper wie eine gespannte Haut und entmaterialisiert ihn je nach Licht und Himmelsbild. Eine zyklopische, dennoch feinnervige Skulptur, ein Artefakt inmitten grüner Natur, ein monumentales Follie im Landschaftsgarten englischen Stils.
Aufgabe
Die jungen Frankfurter Architekten Martin Gruber und Helmut Kleine-Kraneburg dachten beim Entwerfen an eine Muschel, außen schwarz, innen weiß, eine blaßbeige schimmernde Perle bergend. Das Innere des Gebäudes mit dem in Putz und Stuck architektonisch äußerst präzise formulierten Lichthof erstrahlt in der Tat in makellosem Weiß. Rings um dieses lichtdurchflutete Atrium laufen die Erschließungsgalerien der vier Geschosse mit ihrer regelmäßigen quadratischen Arkatur. Die offenen Flure erschließen die an der Außenwand aufgereihten 120 Büros. Alle dienenden Nebenräume, Lifts und Treppen sind im zentralen Riegel untergebracht, der über vier Brücken je Geschoß mit dem umlaufenden Gang verbunden ist und mit seiner hellbeigen Stucco-Lustro-Wand eine heitere Lichtstimmung zaubert. Den Blick in den Himmel rahmt ein Glasdach mit kräftigem Rippenraster. Nadelfilz als Bodenbelag hätte man in diesem Haus wohl nicht erwartet, doch vornehmes Parkett gab es nur für den Staatssekretär.
Lösung
Mit Gipsputz MP 75 ausgeführt ist sowohl die ovale äußere Hülle, als auch der rechteckige Kern. Das Verputzen des Galerietraktes mit 120 Büro- und Besprechungsräumen sowie der drei Obergeschosse und den Korridoren wurde im Herbst 1997 bis Frühjahr 1998 ausgeführt. Der Auftrag ging an das Handwerksunternehmen Karlheinz Rahe, einem langjährigen Partner des Unternehmens Knauf. Die Mitarbeiter des Berliner Verkaufsbüros standen während der Bauphase in ständigem Kontakt mit dem Unternehmen Rahe. Besonders Systemberater Siegfried Löwe und Verkaufsbezirksleiter Hans König waren gefragt, wenn es galt, den Materialfluss dem Rhythmus der Baustelle anzupassen. Im ovalen Außenbereich wurden insgesamt 10.000 m² Wand- und Deckenflächen mit Knauf MP 75 verputzt. Die Putzflächen erhielten einen Dispersionsanstrich (RAL 9010).
Im inneren Würfel wurden 1.400 m² Putzarbeiten mit MP 75 von Klaus Rogge, Spezialbau, Berlin, ausgeführt. Dieser Glättputz war die ideale Basis für den folgenden Stukko-Lustro-Auftrag. MP 75 gelangt per "Nachtsprung" in die deutsche Hauptstadt.
Knauf Maschinenputz MP 75 wurde als Werktrockenmörtel in 27 t Chargen per Schüttcontainern auf die Baustelle geliefert. Für die Arbeiten im Berliner Regierungsviertel wurden Transportleistungen im so genannten "Kombiverkehr" genutzt. Jeweils über Nacht schickte die Knauf Trans GmbH Container mit Maschinenputz MP 75 aus dem Werk Neumorschen in Nordhessen auf die Reise in die Hauptstadt. Schon am nächsten Morgen stand der MP 75 auf den Baustellen in Berlin zur Verfügung.
Mit dieser Baustellenlogistik der Zukunft gingen bereits über 3.500 Container mit 95.000 t Knauf Maschinenputz MP 75 auf den Schienenweg in die deutsche Hauptstadt. Fast 2.600.000 Mio. Straßenkilometer, 3.500 Lkw-Touren und 850.000 l Kraftstoff wurden auf diesem umweltfreundlichen Transportweg eingespart.
Details
- Bautafel
Fachunternehmer:
- Michael Rahe;
- Systemberater:
- Siegfried Löwe;
- Architekten:
- Martin Gruber, Helmut Kleine-Kraneburg