2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz

Eine Gründerzeit-Villa in Graz wurde innen stilvoll revitalisiert

Trockenbau auf höchstem Niveau

2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz

Ende des 19. Jahrhunderts war die zweistöckige Villa errichtet worden. Mit Gips in den zwei Facetten Knauf Gipsplatten und edelste Verzierungen der Stuckmanufaktur Wien bekam sie einen neuen Schliff.

Die zweistöckige Villa mit der grauen Fassade befindet sich mitten im Grazer Villenviertel nur unweit von der Herz-Jesu-Kirche und dem Leonhardbach entfernt. Dessen Rauschen ist das Einzige das an diesem sonnigen Vormittag zu hören ist. Zwölf Volksschulkinder mit zwei Lehrerinnen schlendern vorbei. Und der „Parksheriff“, der hier gerade Dienst versieht, erinnert sich noch an das einst herunter gekommene Haus mit der kleinen Turmspitze in der Engelgasse 52.

Ende 2022 kaufte die Technopark Raaba Holding (kurz TRH) der Familie Schreiner das im Jahr 1905 erbaute Haus. „Zuvor war es über hundert Jahre in Familienbesitz und stand zuletzt jahrelang leer.“, erinnert sich Hannes Schreiner, mit 28 Jahren jüngster Sohn von Johann Schreiner, dem Firmengründers der TRH (gegründet 1999 mit dem ersten Grundstückkauf in Raaba). Dort sind heute rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt. „Für uns ist dieses Haus eine Ikone für Graz und trotz unserer Innovationskraft setzen wir gleichzeitig stark auf die Erhaltung alter Strukturen. Wir haben das Haus um 2,7 Millionen Euro erworben und insgesamt rund 750.000 Euro in die energetische Sanierung und Revitalisierung investiert.“

2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz - Fischgrätparkett
2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz - Stuckelemente
2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz
2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz - Stuckelemente
2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz - Stuckelemente
2-stöckige Gründerzeit-Villa in Graz - Kristallluster

Alte Familientradition

Tatsächlich ist es fast ein „Familienprojekt“, denn mit der Sanierung wurde Schreiner Trockenbau beauftragt, die ursprüngliche Firma des Gründervaters aus dem Jahr 1968, die jetzt von dessen ältestem Sohn Manfred geführt wird: „Aufgrund der schlechten Witterung im Herbst und Winter 2023 wurde mit der Sanierung zunächst innen begonnen. Die Sanierung der Fassade erfolgt im heurigen Frühjahr. Mit einer großen Grazer Anwaltskanzlei haben wir auch schon einen langfristigen Mieter gefunden.“ Neben den prunkvollen Räumlichkeiten steht auch ein großer Garten mit altem Baumbestand entlang des Leonhardbaches zur Verfügung.

Die Räumlichkeiten erinnern an die hohen Räume eines klassischen Wiener Gründerzeithauses. Beim Betreten wird der Besucher vom Steinboden mit dem typischen rot-schwarz-beigem Karomuster, traditionellem Tafelparkettboden und alten, zwischenzeitlich sanierten hohen weißen Holztüren mit eingelegten, wunderbar verzierten Bleiglasfenstern und klassischen Schiebetüren begrüßt. Die Einrichtung präsentiert sich mittlerweile in Topzustand. Auch sämtliche Installationen wurden erneuert und statt der alten Ölheizung wartungsfreie Fernwärme eingeleitet.

Zwischen September und Dezember vergangenen Jahres wurden die Decken der 450 Quadratmeter Villa zunächst mit Knauf Gipsplatten und Deckenschürzen abgehängt. Fünf Schreiner-Mitarbeiter werkten in den salonartigen Räumlichkeiten mit bis zu 3,6 Meter Deckenhöhe. An jeder dieser Decken ergänzt sich Tradition mit Innovation zu einem einzigartigen Ambiente. Die Kristallluster in den einzelnen Räumen erinnern zwar an die Jahrhundertwende, sind jedoch in modernem, teilweise futuristischem Stil gehalten. Konterkariert wird das Erscheinungsbild durch Stuckornamente. Genauso wie die Luster sind die Elemente eine gelungene Melange aus historisch und modern.

Stilvoll Wohnen mit Stuck

„Wohnen mit Stuck in einem außergewöhnlichen Rahmen - das ist unsere Devise!“, erklärt Daniel Muhm, Geschäftsführer der „Wiener Stuckmanufaktur“: „Wir bieten Stuck sowohl für den Innenraum als auch für Fassaden an. Unsere Produktpalette umfasst etwa 1200 Artikel, darunter eine große Auswahl an Leisten, Gesimsen, Rosetten, Säulen, Pilastern, Sopraporten, Fassadenprofilen, Eckbossen, Konsolen und vielem mehr.“ Im Schauraum und der virtuellen Bildgalerie könne man sich ausgiebig inspirieren lassen. Sobald die Wahl getroffen ist, können sämtliche Standardprodukte bequem über unseren Online-Shop bestellt werden.

Das Team der „Wiener Stuckmanufaktur“ stand auch bei diesem Projekt beratend zur Seite. Muhm: „Es war von Beginn an klar, dass in diesen Räumlichkeiten Prunk auf keinen Fall fehlen darf; dementsprechend haben wir sehr aufwendige, reich ornamentierte Profile und Ornamente gewählt. Die indirekte Beleuchtung aus Alabastergips hebt unsere barocken Gesimse zusätzlich hervor.“ Ein großer Vorteil der Stuckmanufaktur sei, dass man nicht nur Standard-Stuckelemente anbiete, die in ausreichenden Mengen auf Lager geführt würden. Muhm weiter: „Beim Projekt in Graz war fast jede Dimension dabei – angefangen von unseren größten aufwendigsten Gesimsen bis hin zu unserem kleinsten Stuckelement, der Barocklilie.“ Der Sonder-Stuck wird CAD-technisch erfasst, was eine jederzeitige Anpassung ermöglicht, und aus Gips gefertigt. „Selbstverständlich werden vorab die Verarbeitungsrichtlinien für Stuckelemente aus Gips mit den Monteuren besprochen, um eine erstklassige Qualität von der Produktion bis zur Realisierung im Projekt sicherzustellen,“ erklärt Muhm den Ablauf.

Die Montage der Stuckelemente aus Gips erfolgte durch die Experten von Schreiner-Trockenbau. „Die enorme Herausforderung ist die Verarbeitung vor Ort.“, beschreibt Schreiner-Bauleiter Egon Frühwirth: „Sie können sich vorstellen, bei einem solchen alten Gebäude ist keine Mauer und kein Winkel wirklich gerade. Das bedeutet, unsere Spezialisten hatten einen Raster, mussten aber gleichzeitig jeden einzelnen Teil vor Ort zuschneiden!“ Und derer gab es zahlreiche. Einzig die Stuckelemente am Rand waren „Stangenware“ und wurden in zwei Meter langen Bahnen angeliefert und vor Ort dann auf Maß zugeschnitten. Die anderen unzähligen Stuck-Ornamente wurden nach dem genauen Plan einzeln an den Decken befestigt und verspachtelt.

Bei den großen Rosetten wurden eine zusätzliche Verschraubung und Verklebung vorgenommen. Für die Wand- und Deckenleisten wurde eine Behelfslinie in der gewünschten Höhe gezogen, entlang derer die Leisten geklebt und mit leicht schräg eingeschlagenen Nägeln gesichert wurden. An den Kreuzungspunkten der Konstruktionslinien wurden zunächst die Ecken geklebt und anschließend mit der passenden Stuckleiste verbunden. „Handwerkliches Geschick, etwas Geduld und künstlerisches Gespür sind erforderlich, aber für die Facharbeiter des VÖTB-Mitgliedsunternehmens sowieso Standard,“ lobt Muhm die detailgetreuen und kreativen Schreiner-Monteure.

Bautafel

Bauherr

TECHNOPARK RAABA Technopark Raaba Holding GmbH, Dr. Auner Straße 19/9, 8074 Raaba, Hannes Schreiner, Tel.: +43 316 29 10 24, Mail: office@technopark-raaba.com

Trockenbau

Schreiner Trockenbau, Triesterstraße 414, 8055 Graz, Manfred Schreiner, Tel.: +43 316 295 156-0, Mail: schreiner@schreiner-trockenbau.at

Die Wiener Stuckmanufaktur GmbH, Breitenfurter Straße 348, A-1230 Wien, Daniel Muhm, Tel: +43 1 869 33 58, Mail: stuck@stuckmanufaktur.at

Knauf Beratung

Josef Kleinhappl, Strobachgasse 6, 1050 Wien, Mobil:  +43 664 544 60 23, Mail: Josef.Kleinhappl@knauf.com

Fotograf

Peter Kubelka

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