Eine luftdichte Gebäudehülle ist in der Schweiz heute Standard – und gemäss SIA 180 auch baurechtlich vorgeschrieben..Daher gehört das fachgerechte Anbringen und Verkleben von Dampfbremsbahnen für Bauprofis heutzutage zum Alltag. Doch jeder fängt mal klein an. Also erklären wir die Montage einer Luftdichtheitsschicht unter dem Dach Schritt für Schritt – zum Beispiel für Auszubildende, die das erste Mal vor dieser Aufgabe stehen.
Grundsätzlich gilt: „Ein Gebäude ist so zu errichten, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschliesslich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig nach den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist“. Bei gemauerten und verputzen Wänden ist das kein Problem. Sie gelten per se als luftdicht. Anders sieht es bei Leichtbaukonstruktionen wie Dächern aus. Hier helfen Dampfbremsbahnen, Dichtkleber und Klebebänder dabei, eine luftdichte und gleichzeitig diffusionsfähige Schicht herzustellen.
Ziel des luftdichten Ausbaus ist es, zu verhindern, dass zu viel Luftfeuchtigkeit aus dem warmen Innenraum in ein Bauteil eindringt und gegebenenfalls in der Konstruktion den Taupunkt erreicht und anschliessend zu Tauwasser kondensiert. Bauschänden – zum Beispiel vergammelte Sparren – wären dann nämlich möglich. Ausserdem soll unterbunden werden, dass Zugluft die teuer erwärmte Heizwärme nach draussen trägt. Vereinfacht – am Beispiel eines frisch gedämmten Dachbodens mit verputzen Innenwänden und ebenfalls verputzter Kniewand– lässt sich der luftdichte Ausbau eines Dachgeschosses in wenigen Schritten beschreiben.
Eine Dampfbremse mit dem richtigen Diffusionswiderstand (sd-Wert) für das jeweilige Projekt ist das wichtigste Element der Luftdichtheitsschicht. In den meisten Fällen können, abhängig von der Baustellensituation, Dampfbremsen mit einem sd-Wert von 2 Metern oder variable Dampfbremsbahnen zum Einsatz kommen.
Ist die gesamte Fläche mit Dampfbremsbahn belegt, kann das luftdichte Verkleben beginnen. Zunächst werden die einzelnen Bahnen horizontal miteinander verbunden. Hierfür dürfen ausschliesslich Spezialklebebänder für den luftdichten Ausbau zum Einsatz kommen. Nur sie halten dauerhaft sicher – auch wenn die Dampfbremse längst hinter einer Lage Gipsplatten verschwunden ist. Noch besser ist es, konsequent im System zu arbeiten und die Klebebänder desselben Herstellers zu verwenden, von dem auch die Dampfbremsbahn stammt.Knauf Insulation hat beispielsweise die Komponenten des Luftdicht-Dämmsystems LDS für mindestens 50 Jahre Haltbarkeit der Materialien und Materialverbindungen geprüft.
Die nach dem Verkleben der Bahnüberlappungen geschlossene Dampfbrems-Ebene muss nun an den seitlich flankierenden Wänden sowie an der Kniewand bzw. an der Schwelle (je nach Einbausituation) befestigt werden.
Der Untergrund zum Verkleben muss staubfrei und trocken sein. Sogenannte Primer – also Haftvermittler – können eingesetzt werden, um saugende oder poröse Untergründe vorzubereiten.
Vor dem Verkleben wird der Überstand der Dampfbremsbahn ringsum auf dieselbe Länge von ca. 10 cm gekürzt. Hierfür eignen sich eine Latte und ein Cuttermesser.
Zum Verkleben wird der Kartuschen-Dichtkleber dann in einer ca. 8 mm dicken, geraden „Raupe“ auf die Wand aufgetragen.
Die Dampfbremse kann dann sanft angedrückt werden, so dass am Ende noch eine ca. 4 mm dicke Spur Dichtkleber erhalten bleibt. Auf keinen Fall darf der Kleber vollständig herausgequetscht werden.
Wichtig: Vor dem Andrücken der Folie sollte eine Entlastungsschlaufe ausgebildet werden, damit auch hier eine Folienreserve zum „Arbeiten“ des Materials erhalten bleibt.
Um Elektro-Leitungen oder Rohre durch die luftdichte Ebene zu führen, sollten am besten spezielle Manschetten verwendet werden, die Leitungen luftdicht umschliessen und die Dampfbremse mit einem integrierten Klebepad verschliessen. Zur Durchführung einer Leitung wird die Dampfbremsbahn minimal eingeschnitten, die Leitung durchgeführt, die Manschette über die Leitung gezogen und verklebt. Grundsätzlich können Durchdringungen auch mit Spezialklebeband ausgeführt werden, jedoch sind sowohl das Risiko für Leckagen als auch der Aufwand höher.
Im Grunde ist der luftdichte Ausbau mit modernen Systemen und dem verfügbaren Zubehör für geschickte Handwerker kein Problem. Mit etwas Übung gelingen auch kniffligere Aufgaben wie beispielsweise das Einbinden von Fenstern und Gauben in die Luftdichtheitsschicht. Einen kompletten Dachausbau – samt Zwischen- und Untersparren-Dämmung sowie luftdichter Ebene – zeigen wir in diesem „Schritt für Schritt Video“.
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