202411_Denmark_KNAUF_sRGB-104.jpg

FAQ

Nachhaltigkeit — Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen

Nachhaltigkeit wird häufig mit dem 3-Säulen Modell erklärt. Das heißt ökologische, ökonomische und soziale Aspekte werden gleichermaßen berücksichtigt. Einige Beispiele für Gebäude sind: Ökologie durch die Wahl der Baustoffe, Ökonomie durch Wirtschaftlichkeit und gute Vermietbarkeit, Soziales durch ein hohes Wohlbefinden für die Nutzer.

Die nachhaltige Qualität von Gebäuden wird durch sogenannte Gebäudebewertungssysteme bewertet. Unter dem Dach des WGBC (World Green Building Council) gibt es verschiedene nationale Systeme, die sich inhaltlich unterscheiden. Allen Systemen gemein ist eine Gebäudebewertung auf Basis im System definierter Kriterien über den gesamten Gebäudelebenszyklus von Planung über Bau und Nutzung bis zum Ende. Die Kriterien werden in den Systemen jeweils durch eine systemspezifische Bepunktung gewichtet. Auf dieser Basis wird dann die objektspezifische Gebäudezertifizierung (z.B. klimaaktiv GOLD, LEED Gold etc.) verliehen.

Beispiele für Zertifizierungssysteme sind:

  • klimaaktiv Klimaaktiv ist das österreichische Gebäudequalitätszeichen des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). klimaaktiv Bauen und Sanieren steht für Energieeffizienz, Ökologische Qualität, Komfort und Ausführungsqualität. Um die Qualität eines Gebäudes messbar und vergleichbar zu machen, wurde der klimaaktiv Gebäudestandard entwickelt. Jedes Gebäude kann online kostenlos deklariert und bewertet werden.
  • ÖGNI/DGNB Das ÖGNI-Zertifikat wird nach den Bewertungskriterien der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) verliehen. Innerhalb der Zertifizierung gibt es die Qualitätsstufen Platin, Gold, Silber oder Bronze. Die Bewertungskriterien sind in 6 Bereiche gegliedert: Ökologische Qualität, Ökonomische Qualität, Prozessqualität, Soziokulturelle und Funktionale Qualität, Technische Qualität und Standortqualität. Zertifizierungen sind für eine Vielzahl von Gebäudetypen möglich. Beispielsweise Büro und Verwaltung, Wohngebäude, Logistik und Industrie, Gebäude im Betrieb oder Quartiere. Knauf ist Mitglied der ÖGNI.
  • ÖGNB/TQB Das von der ÖGNB verwendete Bewertungssystem TQB 2010 baut auf den Erfahrungen dieser Systeme auf und bezieht dabei auch neue Entwicklungen und Erkenntnisse der Gebäudebewertung aus dem In- und Ausland mit ein. TQB wurde auf Basis einer internationalen Kooperation im Rahmen der Green Building Challenge entstanden ist.
  • BNB – Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen BNB wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen BMWSB in einer Selbstverpflichtung für öffentliche Gebäude des Bundes angewendet. Inhaltlich ist es weitestgehend deckungsgleich zum DGNB-System.
  • LEED – Leadership in Energy and Environmental Design Das amerikanische System ist international weit verbreitet, verschiedene Länder haben eine länderspezifische Version adaptiert. Ein österreichisches LEED gibt es nicht, was bedeutet, dass in Österreich nach amerikanischem Standard zertifiziert wird. Vergleichbar zu ÖGNI/DGNB und anderen Systemen hat auch LEED verschiedene Varianten für Gebäudetypen wie Bürogebäude, Hotels, Krankenhäuser etc. Internationale Investoren entscheiden sich auch in Deutschland gerne für LEED. Eine Zertifizierung ist möglich in 4 Qualitätsstufen: Platin, Gold, Silber oder Certified. Bewertbare Kriterien/credits sind: Sustainable Sites, Water Efficiency, Energy and Atmosphere, Materials and Resources, Indoor Environmental Quality, Innovation in Design und Regional Priority.
  • EU Green Building Die EU-Kommission bietet unter dem Titel European GreenBuilding ein Bewertungssystem für Dienstleistungsgebäude an. Dieses im Rahmen eines EU-Programms entwickelte Label konzentriert sich ausschließlich auf den Energiebedarf
  • BREEAM BREEAM in Großbritannien entwickelt und ist das älteste und weltweit am weitesten verbreitete Gebäudebewertungssystem. Es existieren unterschiedliche Kriteriensets für verschiedenste Gebäudetypen. Darüber hinaus können auch Siedlungen und Infrastrukturprojekte bzw. Tiefbauten mit BREEAM eingestuft werden. Die Bewertung von Gebäuden erfolgt nach 11 Kategorien. Die erreichbare Punktezahl sowie die Kriteriengewichtungen sind abhängig vom Bewertungsschema und regionalen Klimabedingungen. Es werden Zertifikate in fünf Qualitätsstufen vergeben.

Es ist die Entscheidung des Bauherrn / Investors, ein Gebäude nachhaltig zu zertifizieren. Je nach Fokus entscheidet er, mit welchem Gebäudebewertungssystem dies erfolgt. Ein Gebäude kann durchaus auch mit mehreren Systemen zertifiziert werden.

In der Regel wird vom Fachplaner zuerst eine Vorzertifizierung durchgeführt, um Möglichkeiten und Aufwand einschätzen zu können. Danach wird entschieden, welche Zertifizierungstiefe angestrebt wird, z.B. DGNB Gold. Entsprechend wird dann unter Berücksichtigung der Systemkriterien geplant und ausgeführt. Entscheidend ist, dass vor der Ausführung alle erforderlichen Produkt- und Systemdaten (z.B. EPD, technische Daten) geprüft und vom Fachplaner freigegeben werden müssen. Der Bauleitung kommt bei nachhaltig zertifizierten Gebäuden besondere Bedeutung zu, um die nachhaltige Qualität zu sichern.

Jedes Gebäudebewertungssystem setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Darum lassen sich die Systeme nicht unmittelbar miteinander vergleichen.

Nein, die Zertifizierung bezieht sich auf das Gebäude. Produkte und Systeme sind ein Baustein im Gesamtsystem Gebäude mit Auswirkung auf verschiedene Kriterien. Die nachhaltige Qualität eines Produktes oder Systems steht immer im direkten Zusammenhang zur verbauten Situation.

EPD = Environmental Product Declaration = Umweltproduktdeklaration

In einer EPD wird die Ökobilanz eines Produktes berechnet. Zum Beispiel: Wieviel CO2 hat das Produkt emittiert, bis es das Werktor verlassen hat oder wie hoch war der Energiebedarf (erneuerbar/ nicht erneuerbar) für ein Produkt bei der Herstellung. EPDs basieren auf komplexen Berechnungen. Knauf stellt für zahlreiche Produkte EPD zur Verfügung. Sie sind eine wesentliche Informationsquelle für die verschiedenen Gebäudezertifizierungssysteme.

Innerbetriebliches Recycling:

Die Rückverfolgbarkeit ist gewährleistet. Allerdings ist eine sortenreine Sammlung des Verschnitts erforderlich. Die technischen Rahmenbedingungen sind steuerbar, die juristischen Voraussetzungen vorhanden.

Fertighausindustrie / Handel:

Die Rückverfolgbarkeit muss gewährleistet sein. Ebenso ist eine sortenreine Sammlung erforderlich. Auch hier sind die technischen Rahmenbedingungen steuerbar, die juristischen Voraussetzungen müssen noch geschaffen werden.

Rückbau / Baustelle:

Eine Rückverfolgbarkeit ist nur bedingt möglich. Die Recycle-Fähigkeit variiert. Die technischen Rahmenbedingungen sind aufwändiger und juristische Voraussetzungen noch nicht ausreichend geschaffen.