Es sind nur noch zwei oder drei Wochen im Frühling 2025, bis der Neubau «Forschungs- und Prüfungslabor» der Dr. h. c. Robert Mathys Stiftung in Bettlach der Bauherrschaft übergeben wird. Wer in diesen Tagen die Baustelle besucht, auf der die letzten Arbeitsschritte am Innenausbau abgeschlossen werden, spürt schon etwas von dem «Geist», der das Industriegebäude durchzieht. Und sieht an vielen Stellen, wie er Architektur und bauliche Umsetzung prägt. Um diesen besonderen Geist erklären zu können, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, in die Zukunft - und auf die Menschen, die jetzt im neuen Gebäude arbeiten werden.
Die Vergangenheit beginnt im Jahr 1946, als Herr Robert Mathys sen. in seinem Wohnhaus in Bettlach ein Unternehmen gründet, das zu einem der bedeutendsten Schweizer Pionier-Unternehmen in der Medizintechnik werden sollte. Mathys entwickelt und produziert Gelenkprothesen für die orthopädische Chirurgie. Forschungsgeist, unbedingte Präzision und der Wunsch, Bewegung zu ermöglichen, treiben Mathys an. Er wurde mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er den Ehrendoktor Dr. h. c.
Die aussergewöhnliche Lebensleistung der Unternehmerpersönlichkeit Mathys beeindruckt Ivo Erard - er durfte Mathys persönlich kennen.
Ivo Erard ist der Architekt, der gemeinsam mit seinem Sohn Yannick Erard, Geschäftsführer und Inhaber von Erard AG Architektur Baumanagement Grenchen, den Neubau geplant hat.
Erard erläutert, dass es für ihn reizvoll ist, Industriegebäude wie dieses zu entwerfen. Seine Vision ist es, Bauten so zu planen, dass sie offen für eine polyvalente Nutzung sind. Denn: Unternehmen verändern sich, Aufgaben verändern sich, die Anforderungen der Menschen verändern sich – es damit liegt es doch nahe, dass sich Gebäude in der Zukunft einfach anpassen, umgestalten oder umnutzen lassen sollten. So wie dieses Gebäude, das für die Zukunft bereit ist.
(Bitte auf die Bilder klicken für die ganzformatige Ansicht. Abbildung Planzeichnung: Erard AG Architektur Baumanagement Grenchen)
Die Zukunft der Robert Mathys Stiftung, welche vom Senior gegründet wurde, darf auch dank der Familie Esther & Robert Mathys jun. weiter optimistisch in die Zukunft schauen. Das neue Gebäude ist ein Geschenk von ihnen Beiden an die Stiftung.
«Oberlichter braucht es im Grunde gar nicht. Aber es ist doch schön, wenn man sehen kann, ob es draussen gerade regnet oder die Sonne scheint» - mit solchen Aussagen unterstreicht Ivo Erard, dass es ihm neben der Vergangenheit und der Zukunft vor allem um die Menschen geht, die in «seinen» Gebäuden den grössten Teil ihres Tages verbringen. Sie sollen sich wohlfühlen können, gerne in den Räumen arbeiten, sie sollen wertgeschätzt werden.
(Foto: Knauf AG)
Das kann und soll eine wertige architektonische Gestaltung leisten, führt Yannick Erard aus. Mit seiner einzigartigen Wandgestaltung im Vortragssaal, im grosszügigen Pausenraum mit Panoramablick auf den Jura sowie in den Treppenhäusern bringt er Wertschätzung in architektonischer Form zum Ausdruck. Auf den «Industriechic» schon oft gesehener Sichtbetonwände hat Erard hier verzichtet. Stattdessen hat er mit einer Art «Stempeltechnik» experimentiert und schliesslich die Oberflächen von OSB-Platten auf den Sichtbeton «gestempelt». Das Ergebnis: eine strukturierte, bewegte, natürliche Wandgestaltung. Und die optisch durch Türelemente aus heller Eiche und dunkelgraue Fensterelemente aufs edelste ergänzt werden.
Die Anforderung der Architekten war klar: Für einen perfekten Gesamteindruck müssen die Schattennutzzargen der Türen und die Oberlichter rechts und links bündig abschliessen, die Seiten der Oberlicht-Rahmen dürfen nicht über die Zargen hinausstehen. Aus gestalterischer Sicht nachvollziehbar, zumal wenn es um Präzision geht wie bei Mathys. Für die Montage von Tür- und Fensterelementen an der Profil-Unterkonstruktion stellt das dennoch eine Herausforderung dar. Denn die unterschiedlichen Befestigungsmasse der beiden Elemente führen zwangsläufig zu einem sichtbaren Versatz.
Exakt bündig: FireWin Oberlicht und Schattenfugenzarge. Die doppelflügelige Brandschutztüre EI30 mit FireWin Oberlicht erfüllt anspruchsvolle optische, statische und brandschutztechnische Anforderungen.
(Bitte auf die Bilder klicken für die ganzformatige Ansicht. Fotos: Knauf AG)
Doch zusammen mit den Türen & Verglasung-Experten bei der Knauf AG konnte eine konstruktive Lösung gefunden werden, die den hohen optischen Ansprüchen der Architekten genauso gerecht wird wie den Brandschutzanforderungen an Türen und Fensterelemente, insbesondere in den Laborräumen. So ist durch Präzision im Detail ein stimmiger, wertiger Gesamteindruck entstanden, der sich durch die Flure und Büros zieht, in denen die Brandschutz-Türen und FireWin-Oberlichter der Knauf AG jeweils in Sonderanfertigungen eingebaut sind. Türen und Verglasung erfüllen die Brandschutzanforderung EI30.
Für die einfachere Nachjustierung der Türen im späteren Betrieb des Gebäudes hat man sich für hochwertige VX 3D Bänder aus Edelstahl entschieden, die in alle Richtungen verstellbar sind.
(Foto: Knauf AG)
Wo Material, Maschinen oder Geräte transportiert werden müssen, sind oft doppelflügelige Türen erforderlich. Nicht zu Standardanforderungen zählt hingegen, dass auch über solchen breiten Türen Brandschutzverglasung gewünscht ist. Die Doppeltürzarge, vertikal an das Schwerlastprofil Bob Greensteel montiert, hätte dem hohen Gewicht des Oberlichts nicht sicher standhalten können. Doch auch in diesem Fall konnten die Türen & Verglasung-Experten der Knauf AG zusammen mit der Technik-Abteilung eine konstruktive Lösung anbieten, die für das Element aus doppelflügeliger Tür und Oberlicht die gestalterischen, statischen und die Brandschutz-Anforderungen erfüllt.
Die Firma Bernasconi – Boden, Decken, Wände hat die Trockenbauarbeiten professionell, verlässlich und partnerschaftlich umgesetzt.
Zu allen erwähnten Herausforderungen kam für den Verarbeiter noch eine besondere hinzu: Die gesamte Zeit, die für die Realisierung aller Trockenbauarbeiten zur Verfügung stand, belief sich auf nur 14 Wochen.
(Bitte auf die Bilder klicken für die ganzformatige Ansicht. Fotos: Knauf AG)
Starke Partner für ein erfolgreiches Projekt (von links):
Heiko Rohrbach (Bernasconi), Renato Hügli (Knauf AG), Ivo Erard, Yannick Erard, Daniele Uddo (Erard AG)
(Foto: Knauf AG)
Architektur und Bauleitung: | Erard AG Architektur Baumanagement, Grenchen |
Gipserarbeiten: | Bernasconi Boden Decken Wände, Bern |