Im Zuge der Energiewende in Deutschland rückt das Thema Energieeffizienz in den Fokus, besonders im Gebäudesektor. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich ein hohes Ziel gesetzt – klimaneutrale Gebäude bis 2045.
Moderne Gebäude verfügen über sogenannte Niedertemperatur-Heizsysteme, die auf erneuerbare Ressourcen zurückgreifen. Dazu zählen zum Beispiel Wärmepumpen, Nahwärme oder Solarthermie. In Kombination mit einer großflächigen Heizung, wie beispielsweise einer Fußbodenheizung, wird die Energieeffizienz erhöht. Damit diese Systeme jedoch effizient heizen, muss auch das Gebäude selbst „Niedertemperatur-ready“ sein – egal ob Neubau oder Bestandsgebäude.
„Niedertemperatur-ready“, oder „niedertemperaturfähig“, beschreibt die Fähigkeit eines Gebäudes, mit einer niedrigen Vorlauftemperatur zu heizen. Idealerweise liegt diese Temperatur bei maximal 55°C - sogar an den kältesten Tagen des Jahres. An wärmeren Tagen sollte die Vorlauftemperatur deutlich unter 55°C liegen. So können Heizsysteme effizient arbeiten und die Energiekosten niedrig gehalten werden.
Um ein Gebäude „Niedertemperatur-ready“ zu machen, ist die Wärmedämmung der Außenwände der erste und wichtigste Schritt. Ohne eine ausreichend gedämmte Gebäudehülle kann kein Heizsystem wirtschaftlich arbeiten; Die Heizkosten explodieren.
„Vielen Immobilienbesitzern ist gar nicht bewusst, dass eine Umstellung der Heizung ohne eine ausreichend gedämmte Gebäudehülle weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist.“, erklärt Christoph Dorn. Ungedämmte Gebäude verbrauchen mit Wärmepumpen ein Vielfaches an Energie, was zu enormen Heizkosten führen kann.
Doch die Dämmung der Außenwände allein reicht nicht aus. Auch das Heizsystem selbst muss an die niedrigen Vorlauftemperaturen angepasst werden. Hier kommen Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen in Kombination mit speziellen Heizestrichen ins Spiel.
Eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme gleichmäßig im Raum und bietet gegenüber herkömmlichen Heizkörpern den großen Vorteil, dass sie mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen betrieben werden kann. Brauche ich beim Radiator eine Vorlauftemperatur von etwa 70 °C, sind es bei Niedertemperatur-Heizsystemen nur 25 °C bis 40 °C. Zudem sorgen Fußbodenheizungen im Vergleich zu Radiatoren für eine geringere Luftverwirbelung. Das führt nicht nur zu einem angenehmen Wohnklima, sondern minimiert zusätzlich den Energieverbrauch.
Die Fußbodenheizung steht im Einklang mit der heutigen Art zu Bauen, bei dem häufiger bodentiefe Fenster gewünscht werden.
Ein wesentlicher Bestandteil einer Fußbodenheizung ist der sogenannte Heizestrich, oder Calciumsulfat-Fließestrich. Die Materialprüfanstalt Stuttgart hat Heizestriche getestet* und festgestellt, dass bei einer Vorlauftemperatur der Heizung von 45° C ein Calciumsulfat-Fließestrich (35 mm über Rohr) eine maximale Oberflächentemperatur von 36° C erreicht. Bei einem konventionellen Zementestrich (45 mm über Rohr) sind es nur 32° C. Dieser Vorteil ist entscheidend beim Einsatz von Heizsystemen mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Die optimale Heizrohrumschließung und geringere Rohrüberdeckung des Calciumsulfat-Fließestrichs ermöglichten ein schnelleres Aufheizen und damit auch schneller eine angenehme Bodentemperatur. Bauherren sparen somit Energie und vor allem Heizkosten. Wird darauf bei Neubau und Sanierung geachtet, wird das Gebäude ganz einfach Niedertemperatur-ready. Somit spielen Heizestriche in modernen Niedertemperatur-Heizsystemen eine entscheidende Rolle.
*Untersuchung der Regelflexibilität von Heizestrichen I MPA Stuttgart Nr. 901 2706 000
Besonders bei Sanierungen im Altbau ist die Höhe des Bodenaufbaus oft begrenzt. Heizestriche mit niedrigen Aufbauhöhen ermöglichen es auch in bestehenden Gebäuden eine Fußbodenheizung problemlos nachzurüsten.
Knauf bietet zudem spezielle dünnschichtige Estrich-Systeme an.
Selbst bei niedrigen Vorlauftemperaturen von ca. 25 °C bis 40 °C sorgen Heizestriche in Kombination mit einer Fußbodenheizung für eine effiziente Wärmeabgabe, wodurch das Heizsystem optimal genutzt wird.
Sofern das Heizsystem die Voraussetzungen erfüllt, eignet sich ein Heizestrich in Kombination mit einer Warmwasserfußbodenheizung hervorragend zur Raumkühlung.
Durch die gleichmäßige Wärmeverteilung und die effiziente Nutzung der Niedertemperaturheizung können der Energieverbrauch und somit auch die Heizkosten deutlich gesenkt werden.
Begleiten Sie Bauherrin Susanne zum Planer. Erkennen Sie den Unterschied zwischen Zement- und Heizestrich und erfahren Sie von unseren Knauf Experten, was Estriche mit Schokolade und Brot gemeinsam haben.
Ist ein Gebäude „Niedertemperatur-ready“, ist es bereit für den Einsatz einer Wärmepumpe – und damit auch zum Kühlen. Voraussetzungen: Die Wärmepumpe muss kühlen können, ein Feuchtewächter zur Vermeidung der Kondensatbildung ist notwendig und die FBH-Rohre müssen mit ca. 10 cm Abstand verlegt werden.
Die Kühle im Fuß-/Beinbereich wird bei Hitze als sehr angenehm wahrgenommen. Damit erfüllen Sie die Wünsche an mehr Komfort und Lebensqualität. Denn 60% wollen es kühler im Arbeitszimmer, 90 % im Schlafzimmer und 30 % im Wohnzimmer. Oft reicht dabei bereits ein „Ankühlen" um wenige Grad.
Im Vergleich zu Zementestrich umschließen Knauf Calciumsulfat-Fließestriche die Rohre der Fußbodenheizung besonders gut – beste Voraussetzungen für verlustfreies Heizen und Kühlen. Als optimale Produkte empfehlen wir Ihnen die Estriche FE Eco und N 440. Je dicker der Estrich, desto länger die Kühlwirkung.
Bei Kühlleistungen von bis zu 40 W/m2 ist eine Senkung der Raumtemperatur um mehrere Grad möglich. Der Estrich wirkt dabei bis weit in die Nacht wie ein Kühlakku. Strom, der tagsüber billig eingespeist wurde, trägt noch Stunden später zum angenehmen Klima bei.
Eine einfache Rechnung
+ Kaum Zusatzkosten
+ Rohre werden etwas enger verlegt und ein Feuchtewächter installiert
= Gewinn an Wohn und Lebensqualität
= Effiziente Nutzung der Stromerträge – dann, wenn sie besonders hoch sind
= Speichereffekt: Estrich wird zum Kältespeicher und wirkt wie ein Kühlakku bis in die Nacht.
Die entsprechende Vorbereitung des Gebäudes ist beim Umstieg auf erneuerbare Energien essenziell. Nur wenn das Gebäude „Niedertemperatur-ready“ ist und das Heizsystem für niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt ist, lassen sich die Vorteile der modernen Technologien voll ausschöpfen.
Heizestriche in Kombination mit einer Fußbodenheizung bieten eine innovative und effiziente Lösung für die Zukunft des Heizens. In Kombination mit einer optimierten Wärmedämmung und einem modernen Heizsystem kann der Weg zur Klimaneutralität geebnet werden. Besonders bei der Sanierung von Altbauten ermöglichen moderne Heizestriche eine schnelle und platzsparende Nachrüstung, ohne auf den Komfort einer Fußbodenheizung verzichten zu müssen. Somit kann der Energieverbrauch reduziert werden und ein entscheidender Schritt in Richtung klimaneutrale Gebäude erreicht werden.