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Ein Bahnhof zum Staunen

Am 14. Dezember 2025 wurde in Österreich die Koralmbahn eröffnet. Sie verkürzt die Reisezeit zwischen Graz (Steiermark) und Klagenfurt (Kärnten) auf nur noch rund 40 Minuten. Zu dem von vielen als Jahrhundertprojekt betitelten Bauvorhaben mit 130 neuen Streckenkilometern gehören nicht nur 50 Kilometer Tunnel und rund 100 Brücken, sondern auch besondere Haltepunkte. Spektakuläres Beispiel ist hier der Bahnhof Weststeiermark mit seiner herausragenden Architektur und einer einzigartigen Deckengestaltung mit Metallelementen von Knauf Ceiling Solutions.

Der Bahnhof Weststeiermark ist die größte neu errichtete Station an der Hochleistungsstrecke und entstand vor dem Portal des Koralmtunnels im Gemeindegebiet von Groß St. Florian. Die Verkehrsdrehscheibe besitzt acht Gleise mit vier Bahnsteigkanten, einen überdachten Vorfahrtsbereich für Busse und 400 Park & Ride Stellplätze. In das Gebäude wurden auch die Räumlichkeiten für ein elektronisches Stellwerk integriert.

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Verantwortlich für Architektur und Generalplanung ist die Zechner & Zechner ZT GmbH (Wien). In ihrer Projektbeschreibung heißt es unter anderem: „Der Bahnhof fungiert als Schnittstelle verschiedener Mobilitätsanbieter und stellt somit die Visitenkarte der Bahninfrastruktur dar, andererseits hat er einen wichtigen Stellenwert als kommunales Zentrum und dient als Impulsgeber für die regionale Entwicklung. Das zentrale Element bildet die mit einem bogenförmigen Dach gedeckte Halle. Unter diesem Dach erfolgt auch die Vorfahrt für Busse und Taxis. In der Halle befinden sich Räume für Handel und Dienstleistungsbetriebe. Ein zentraler Treppenturm führt auf das Niveau des Personenstegs, der die Gleisanlagen überbrückt und zu den Bahnsteigen führt. Eine möglichst enge Verknüpfung der Mobilitätskette mit kurzen und übersichtlichen Wegen von den P&R Anlagen bzw. Bushaltestellen zu den Bahnsteigen war wesentliches Entwurfsprinzip. Die transparente Gestaltung erleichtert die Orientierung und unterstützt die soziale Kontrolle. Alle baulichen Anlagen, Informationssysteme, Ausstattungs- und Kommunikationseinrichtungen sind im Sinne des Ansatzes ‚Design for All‘ für alle Kundengruppen konzipiert.“

Kompetenz und Erfahrung bei Metalldecken

Architekt Christoph Zechner skizziert die Idee der Deckengestaltung im Inneren des Bahnhofs so: „Ein wesentliches Gestaltungselement ist das große tonnenförmige Hallendach, welches im Aufgangsbereich auf den Personensteg eine Aufwölbung erfährt. Die daraus entstehende Fläche wollten wir durch eine abgehängte Decke verstärkt erlebbar machen. Das feine Fugennetz der Metallpaneele unterstreicht dabei die Geometrie der Decke.“ Die Planung erfolgte trotz der komplexen Geometrie reibungslos. Das 3D Modell der Architekten diente Knauf Ceiling Solutions am Standort Rankweil als Grundlage für die Werkplanung. Diese wurde wiederum von Zechner & Zechner auf räumliche und funktionale Kompatibilität mit den angrenzenden Bauteilen geprüft und freigegeben. „Der Auftraggeber ÖBB-Infrastruktur AG war zunächst skeptisch, ob die komplizierte Geometrie der doppelt gekrümmten Flächen im Kostenrahmen abbildbar sei“, erklärt Christoph Zechner, „eine in diesem Rahmen machbare Lösung war daher die Vorgabe.“ Das ausgearbeitete Preis-Leistungsverhältnis und das technische Know-how bei der Konstruktion und Ausführung von Metalldecken dieser Größenordnung waren laut Architekten letztlich die wesentlichen Faktoren für die Entscheidung, den Auftrag an Knauf Ceiling Solutions zu vergeben. Die fachliche Kompetenz kombiniert mit der Erfahrung und der Infrastruktur eines global agierenden Unternehmens ist die Erfolgsformel für die starke Position des Unternehmens bei Metalldecken in Europa.

Spezialisten für alle Projektphasen

Die konkreten Projektaufgaben für die Decken im neuen Bahnhof wurden durch ein festes Team wahrgenommen: René Bischofberger organisierte den gesamten Bestellvorgang und die Auftragsabwicklung, Lubomir Šarek und Ömer Karaaslan waren für die Ausarbeitung einer funktionierenden technischen Lösung sowie für die allgemeine 3D-Planung und die Bereitstellung der Produktionszeichnungen verantwortlich.

Wichtig für den Erfolg des Projektes war es, den ausführenden Generalunternehmer Granit Bau ins Boot zu holen. Das gelang mit der Präsentation eines Mock-up bereits Anfang 2023. Lubomir Šarek und Ömer Karaaslan: „Wir mussten Granit Bau überzeugen, dass wir für die Lieferung inklusive der Planung etwa sechs Monate benötigen. Im Bestellprozess mussten wir darauf achten, dass die Einzelpositionen eindeutig dem Layout zugeordnet werden konnten. Dazu haben wir ein separates Nummerierungssystem für die Platten definiert und diese anschließend entsprechend bestellt. Unser System erlaubt maximal 90 unterschiedliche Positionen pro Bestellung, was ebenfalls berücksichtigt werden musste.“

„Freischwebende“ Metalldecke als Problemlösung

Ursprünglich sollte das Projekt mit dem Metalldeckensystem R-H 215 ausgeführt werden, wie es schon bei der Ausstattung eines Konferenzsaales im österreichischen Hard (Vorarlberg) am Bodensee zum Einsatz kam. Weitere 3D-Detailplanungen und Untersuchungen ergaben jedoch, dass dieses System für das gewünschte Layout nicht geeignet ist. Lubomir Šarek: „Stattdessen haben wir eine Art freischwebende Metalldecke konzipiert, dadurch hatten wir maximale Freiheit bei der Gewölbegestaltung.“

Die Überschneidung bzw. Überlappung von zwei Radien mit unterschiedlichen Achsrichtungen war die größte technische Herausforderung bei diesem Objekt. Ömer Karaaslan: „Eine doppeltgekrümmte Decke - das Gewölbe - stellte auch digital eine Herausforderung dar. Einerseits war es unser Ziel, die Decke möglichst nach den Vorgaben des Architekten auszuführen, andererseits hatte für uns eine effiziente Produktion höchste Priorität. Es gibt mehr als 600 Einzelpositionen (Dreiecksplatten), die nur einmal im gesamten Projekt vorkommen. Daher musste ein Weg gefunden werden, wie diese Unikate am effizientesten gezeichnet werden können.“ Lubomir Šarek ergänzt: „Die Ermittlung der 3D-Layoutmaße und deren Implementierung in die 2D-Zeichnungen war eine weitere schwierige Aufgabe. Nach Absprache mit den Architekten und nach deren Freigabe haben wir die Oberfläche optimiert und fließende Übergänge gewährleistet. Dies hatte auch einen positiven Einfluss auf die Abkantung der Platten, da keine Knicke notwendig waren, was schließlich zu einem perfekten visuellen Effekt geführt hat.“

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3D-Lasertechnik für die Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion wurde speziell für dieses Gebäude produziert, sie kopiert dessen komplexe Gewölbegeometrie. Da die einzelnen Aufhängepunkte an unterschiedlichen Elementen der Dachkonstruktion befestigt sind, wurden für den Generalunternehmer zusätzlich Sonder-Befestigungselemente mit Trägerklammern entwickelt. Die Deckenplatten sind mit Spezialabhängern einzeln fixiert. Dies ermöglicht einerseits die genaue Bestimmung der Positionen der Platten und erlaubt andererseits die Revisionierbarkeit bei den im Vorfeld definierten Platten. Bestimmte Dreieckspaneele sollten nämlich als Revisionsöffnungen für zukünftige Wartungsarbeiten gestaltet werden. „Aufgrund des komplexen Layouts und der individuellen Unterkonstruktion war die Umsetzung nicht leicht, aber auch diese Herausforderung haben wir gemeistert“, erinnert sich Lubomir Šarek.

Der Generalunternehmer hat auf Empfehlung von Knauf Ceiling Solutions zunächst ein auf Vermessungstechnik spezialisiertes Unternehmen (Hilti Österreich) eingeschaltet, damit die Unterkonstruktion vor Ort mithilfe moderner 3D-Lasermessgeräte korrekt installiert werden konnte. So wurde den Experten ein 3D-Netz von Punkten zur Verfügung gestellt, das in die Totalstation hochgeladen wurde. Anschließend wurden mithilfe dieser Messgeräte die Unterkonstruktion präzise montiert und die Deckenplatten inklusive Beleuchtung darunter gehängt.

Spezialschulung für Fachunternehmer

Für die Montage der komplexen Deckenkonstruktion einen qualifizierten Fachunternehmer zu finden, erwies sich als echte Schwierigkeit. Ausgewählt wurde letztlich ein Fachbetrieb aus Slowenien. Lubomir Šarek und Ömer Karaaslan: „Wir haben für das Team zunächst im September 2023 eine Schulung (Aufbau eines zweiten Mock-Up in Originalgröße) in Rankweil organisiert. Alles wurde schnell verstanden und umgesetzt, vier Wochen später begann schon die Montage auf der Baustelle. Die Decke war in einem Monat fertig montiert, obwohl eigentlich drei Monate geplant waren.“ René Bischofberger: „Für das Gewölbe wurden 304 linke und 304 rechte dreieckige Einzelplatten montiert, zusammen eine Fläche von 368 m². Die einmal gebogene Decke misst 1104 m² und besteht aus 1062 rechteckigen Platten in vier unterschiedlichen Positionen.“ Die für das Gesamtbild der Decken charakteristischen schwarzen Fugen zwischen den einzelnen Platten wurden durch Distanznocken erzeugt. Im Bereich der Säulen, Lichtkuppeln und des Aufzugsschachts wurden die Platten an die Gegebenheiten angepasst (zugeschnitten) und mit gelieferten Randwinkeln befestigt.

„Dank der durchdachten Vorplanung war die Produktion der Dreiecksplatten in Rankweil relativ einfach und konnte seriell durchgeführt werden“, erläutert René Bischofberger, und Ömer Karaaslan ergänzt: „die Digitalisierung der 3D-Oberfläche ermöglichte die Generierung der einzelnen Zeichnungen in einem semi-automatisierten Prozess. Anschließend konnten diese in die Bedienungssoftware der Maschinen hochgeladen werden.“ Geliefert wurden die Deckenplatten exakt in der vordefinierten Bestellreihenfolge, um eine Installation von der Mittelachse des Gewölbes nach außen ausführen zu können.

Top-Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Wesentlichen Anteil am herausragenden Ergebnis bei diesem Projekt hat die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Architekten und dem Team von Knauf Ceiling Solutions. Lubomir Šarek: „Die Kommunikation war allgemein sehr unkompliziert, da uns die Architekten viel Vertrauen entgegenbrachten und großen Spielraum ließen.“ Das bestätigt Christoph Zechner: „Nicht bei jedem Bauvorhaben trifft man auf solch hoch professionell arbeitende Partner wie hier bei Knauf Ceiling Solutions. Großes Know-how und Termintreue resultierten in einem reibungslosen Planungsablauf. Wir sind mit dem Resultat sehr zufrieden und hoffen, dass auch die Reisenden Gefallen an diesem neuen Bahnhof finden werden.“

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BAUTAFEL

Projekt: Neubau Bahnhof Weststeiermark, Groß St.Florian

Bauherr: ÖBB-Infrastruktur AG

Architekten: Zechner & Zechner ZT GmbH (Wien) und Pittino & Ortner (Graz)

Generalunternehmer: Bauunternehmung Granit Gesellschaft m.b.H., Graz

Fachunternehmer: SUHOMONTAŽA LAJH, Aleksander Lajh s.p.

Metalldecken: Knauf Ceiling Solutions, Rankweil

Foto Copyright: ©pierer.net

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